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Wohnungsbrände vermeiden: Vorbeugender Brandschutz

09.08.2022

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Noch immer fordern jedes Jahr Brände in Deutschland rund 350 Menschenleben. Viele dieser Tragödien lassen sich jedoch verhindern, wenn man einige Regeln im eigenen Zuhause beachtet. Denn was viele nicht wissen: Gerade in Wohnungen finden sich zahlreiche Gefahrenquellen für Brände, die auf den ersten Blick eher harmlos erscheinen. Dabei birgt jedes Zimmer unterschiedliche Brandgefahren. Was aber sind mögliche Brandursachen im Haus? Wie gefährlich sind Herd, brennendes Fett, kaputte Kabel und veraltete Elektrogeräte wirklich? Antworten auf diese Fragen und wie Sie das Brandrisiko in den eigenen vier Wänden minimieren können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was sind die häufigsten Brandursachen im Haushalt? Ein Überblick

Zu den häufigsten Brandursachen im Haushalt gehören in Deutschland:

  • Elektrizität (z.B. durch überlastete Mehrfachsteckdosen, unsachgemäßen Gebrauch, veraltete oder defekte Geräte)
  • Offenes Feuer (z.B. durch den Kamin oder Kerzen, insbesondere neben Gardinen und anderen brennbaren Materialien)
  • Menschliches Fehlverhalten (z.B. durch Rauchen im Bett oder auf dem Sofa)
  • Fettbrände durch brennendes Öl oder Fett auf dem Herd

Auch Blitzeinschläge in Wohnhäuser führen durch die Überspannung an Elektrogeräten häufiger zu Bränden und gehören damit ebenfalls zu den Brandursachen im Haushalt.

Welche Brandgefahren gibt es in der Küche?

Tatsächlich ist die Küche der Ort im Haushalt, von dem die meisten Wohnungsbrände ausgehen. Das liegt vor allem daran, dass sich hier die größte Anzahl an elektronischen Geräten befindet, die täglich im Einsatz sind. Ob Kühlschrank, Mikrowelle, Toaster, Kaffeemaschine, Spülmaschine oder Mixer: Fast von allen kann eine potenzielle Brandgefahr ausgehen.

Insbesondere der Herd steht hier vor allen anderen Geräten: Denn er ist für fast die Hälfte aller in der Küche auftretenden Brände verantwortlich. So entzündet sich nicht selten heißes Fett beim Kochen in der Pfanne und wird zu einem sogenannten Fettbrand, der sich schnell auf andere Gegenstände, Möbel und Textilien ausbreiten kann. Sollte es Ihnen passieren, dass das Fett in der Pfanne plötzlich anfängt, Feuer zu fangen, sollten Sie es auf keinen Fall mit Wasser löschen.

Aber nicht nur brennendes Fett ist gefährlich und kann schnell einen großflächigen Wohnungsbrand verursachen. Auch achtlos auf den Kochplatten abgestellte Gegenstände führen immer wieder dazu, dass sich ein gefährliches Feuer in der Küche ausbreitet. Insbesondere von modernen Cerankochfeldern kann unter Umständen eine erhöhte Gefahr ausgehen, wenn die Platte versehentlich und damit unbemerkt angeschaltet wird. Wie schnell das zu einem Küchenbrand führen kann, können Sie selbst ausprobieren – und zwar gefahrlos im virtuellen Brandversuchshaus des Instituts für Schadenverhütung (IFS).

Brandschutz-Tipps für die Küche

In der Küche ist der Herd ist bei den Haushaltsgeräten eine der häufigsten Brandursachen. Wenn Sie die folgenden Tipps beachten, können Sie die Gefahr eines Küchenbrandes aber bereits deutlich eindämmen:

  • Lassen Sie Ihren Herd beim Kochen niemals unbeaufsichtigt.
  • Achten Sie darauf, Bratfett und Öl nicht übermäßig stark zu erhitzen und kochen Sie nur mit frischen Fetten – bereits mehrfach verwendetes Fett entzündet sich nämlich schneller und stellt damit ein Risiko für einen Fettbrand dar.
  • Sollte es doch einmal zu einem Fettbrand kommen, versuchen Sie ihn niemals mit Wasser zu löschen – denn dann kommt es zu einer Fettbrandexplosion, die Sie schwer verletzen kann! Falls zur Hand, ersticken Sie die Flammen mit einem speziellen Fettbrandfeuerlöscher oder einem Feuerlöschspray für Fettbrand. Alternativ können Sie den Deckel der Bratpfanne verwenden.
  • Nehmen Sie nach dem Kochen immer alle Pfannen und Töpfe vom Herd.
  • Nutzen Sie die Herdplatte nicht als Ablage ¬ weder für Textilien wie Küchentücher, Ofenhandschuhe oder Topflappen noch für Gegenstände aus leicht entflammbaren und brennbaren Materialien wie Kunststoffgeschirr oder Tupperware.
  • Säubern Sie den Herd und die Dunstabzugshaube regelmäßig von Fetten und Fettablagerungen.
  • Überprüfen Sie, ob Ihr Elektroherd eine automatische Abschaltfunktion besitzt.
  • Falls Sie einen Gasherd nutzen, sollten Sie prüfen, ob dieser über eine Zündsicherung verfügt.

Rauchmelder in der Küche

Rauchmelder in der Küche

Küchenbrände machen rund ein Drittel aller Wohnungsbrände aus. Ein wirksamer Brandschutz ist also auch in der Küche wichtig.

Welche Gefahren lauern durch elektrische Geräte und Mehrfachsteckdosen?

Ein Drittel aller Wohnungsbrände sind laut einer Erhebung der Online-Statistikplattform Statista auf Elektrizität zurückzuführen. Defekte, die durch veraltete oder kaputte elektrische Geräte und überlastete Mehrfachsteckdosen verursacht werden, sind gefährlich – denn Kabelbrände können schnell einen großflächigen Wohnungsbrand verursachen.

Was viele nicht wissen

Sowohl Wandsteckdosen als auch Mehrfachsteckdosen besitzen eine maximale Leistung, die nicht überschritten werden darf. Wird die Leistung überschritten, überhitzen insbesondere Mehrfachsteckdosen schnell und sind damit ein Brandrisiko.

Brandschutz-Tipps für elektrische Geräte und Mehrfachsteckdosen

Um die Brandgefahr von elektrischen Geräten und Mehrfachsteckdosen zu verringern, sollten Sie sich an die folgenden Tipps halten:

  • Überprüfen Sie regelmäßig Elektrogeräte wie Bügeleisen, Heizstrahler, Toaster, Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Mixer, Mikrowellen, Kühlschränke, E-Herde, Steh- und Tischlampen sowie elektronische Einbauten auf Abnutzungserscheinungen, brüchige oder beschädigte Anschlussleitungen, Isolierungen und mögliche Defekte.
  • Ersetzen Sie veraltete und defekte elektronische Geräte schnellstmöglich durch neue und zeitgemäße Haushaltsgeräte, die über zusätzliche Sicherheitsmechanismen verfügen – z. B. eine Abschaltautomatik oder ein Überhitzungsschutz. Das reduziert insbesondere bei Bügeleisen und Wasserkochern die Brandgefahr.
  • Tauschen Sie defekte und geflickte Kabel unbedingt aus! Sollte das durch festinstallierte Kabel nicht möglich sein, sollten Sie das ganze Gerät austauschen.
  • Ziehen Sie bei kleinen Geräten den Stecker, wenn diese nicht mehr benutzt werden.
  • Achten Sie darauf, dass die maximale Leistung einer Mehrfachsteckdose nicht überschritten wird. Diese können Sie der Gerätebeschreibung bzw. Bedienungsanleitung entnehmen.
  • Schließen Sie große Haushaltsgeräte wie Durchlauferhitzer, Spül- oder Waschmaschinen nur direkt an einer Wandsteckdose an, jedoch keinesfalls an einer Mehrfachsteckdose – denn sonst besteht erhöhte Brandgefahr.
  • Achten Sie beim Kauf von Mehrfachsteckdosen auf die Siegel des VDE oder des TÜV: Diese Siegel zeugen von geprüfter Sicherheit und einer hohen Qualität.

Was sind die Brandgefahren in Wohn- und Schlafzimmern?

Neben defekten Haushaltsgeräten und überlasteten Wand- und Mehrfachsteckdosen ist auch menschliches Fehlverhalten eine der häufigsten Brandursachen in deutschen Haushalten. Unachtsamkeit und Fahrlässigkeit können schnell dazu führen, dass aus einem kleinen Missgeschick ein großer Wohnungsbrand wird.

So gehören etwa Rauchen im Bett, unbeaufsichtigte Kerzen, offenes Kaminfeuer und nicht erkaltete Aschereste im (Plastik)Mülleimer zu den häufigsten Brandursachen in Deutschland.

Brandschutz-Tipps für Wohnbereiche und Schlafzimmer

Wenn Sie die folgenden Tipps beherzigen, können Sie die Gefahr von Bränden in Wohn- und Schlafzimmern deutlich reduzieren:

  • Lassen Sie Kerzen, Öfen, Öllampen oder offene Kamine nie unbeaufsichtigt.
  • Platzieren Sie einen Funkenfang vor dem Kamin und verwenden Sie nur trockenes, unbehandeltes Holz.
  • Achten Sie darauf, dass leicht entflammbare Stoffe und Materialien ausreichend Abstand zu Kamin, Ofen, Kerzen oder dem Weihnachtsbaum haben.
  • Ersetzen Sie möglichst echte Kerzen durch moderne LED-Kerzen, insbesondere am Weihnachtsbaum.
  • Nutzen Sie am besten LED- statt Halogenlampen, da diese nicht heiß werden und von ihnen somit keine Feuergefahr ausgeht.
  • Stellen Sie Elektrogeräte, die Hitze erzeugen, nicht auf brennbaren Unterlagen ab.
  • Ziehen Sie bei Haushaltsgeräten, die Sie gerade nicht nutzen, den Stecker und nehmen Sie diese komplett vom Strom. Verzichten Sie auf den Stand-by-Modus.
  • Platzieren Sie Mehrfachsteckdosen und Steckdosenleisten möglichst weit weg von Möbeln und Materialien, die leicht entflammbar sind.
  • Tauschen Sie defekte Haushaltsgeräte oder Kabel rechtzeitig aus, bevor diese zu einer Brandgefahr werden.
  • Rauchen Sie wenn möglich nicht im Wohn- und Schlafzimmer – aber vor allem nicht im Bett.

Welche Gefahren gibt es im Kinderzimmer?

Für kleine Kinder geht von Feuer oftmals eine große Faszination aus. Da ihnen die Gefahren meist nicht bewusst sind, müssen sie für diese erst sensibilisiert werden. Insbesondere im Kinderzimmer gibt es viele Gegenstände, die mitunter leicht entflammbar sind. Hierzu zählen vor allem Plüschtiere, Matratzen und Wohntextilien. Bricht ein Feuer im Kinderzimmer aus, greifen die Flammen aufgrund der leichten Entflammbarkeit der Gegenstände schnell auf die gesamte Wohnung bzw. das Haus über.

Daher ist es wichtig

Kinder schon frühzeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit Feuer und potenziellen Gefahrenquellen beizubringen. Sensibilisierung ist die beste Prävention vor einem Wohnungsbrand und bietet die höchste Sicherheit für Ihr Kind. Denn es ist bei weitem sicherer, dass Kinder richtig mit Feuerquellen umgehen, als wenn sie heimlich damit spielen und die Gefahr nicht einschätzen können.

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Brandschutz-Tipps für Kinderzimmer

Wenn Sie die folgenden Tipps beachten, tragen Sie wesentlich zum vorbeugenden Brandschutz im Kinderzimmer bei:

  • Beginnen Sie frühzeitig mit der Brandschutzerziehung und bringen Sie Ihren Kindern den richtigen Umgang mit Streichhölzern, Feuerzeug und Kerzen bei.
  • Sensibilisieren Sie Kinder für die Gefahren, die von Feuer ausgehen, ohne es zu dämonisieren und damit interessant zu machen.
  • Bewahren Sie dennoch Wunderkerzen, Streichhölzer, Feuerzeuge etc. immer außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
  • Prüfen Sie regelmäßig Elektrogeräte im Kinderzimmer. Achten Sie auch auf brüchige Anschlusskabel und tauschen Sie alte oder defekte Geräte aus.

Fazit: Brände verhindern durch vorbeugenden Brandschutz

Auch wenn sie von immenser Bedeutung sind und wesentlich zur Sicherheit in Ihrem Zuhause beitragen:
Rauchmelder können keine Brände verhüten. Sie können sie nur frühzeitig erkennen und melden. Daher gilt: Am besten lassen Sie Brände gar nicht erst entstehen.

Auch wenn sich ein Brand nicht in jedem Fall verhindern lässt: Wenn Sie die folgenden Tipps beherzigen, tragen Sie schon einen großen Teil zu einem ausreichenden, vorbeugenden Brandschutz bei:

  • Rauchen Sie niemals im Bett.
  • Entsorgen Sie Zigaretten- oder Zigarrenreste sowie Asche niemals in brennbaren Behältnissen.
  • Lassen Sie offenes Feuer, wie z. B. den Kamin oder Kerzen, niemals unbeaufsichtigt.
  • Lassen Sie eingeschaltete Elektrogeräte, wie Bügeleisen, Herd, Backofen und Toaster nie unbeaufsichtigt.
  • Löschen Sie brennendes Fett in einer Pfanne oder einem Fondue-Gerät nie mit Wasser. Ersticken Sie es stattdessen am besten mit dem passenden Glas- oder Metalldeckel – nicht mit einem Kunststoffdeckel. Nehmen Sie den Deckel nicht zu früh ab, da das Fett noch heiß ist und sich wieder entzünden kann.
  • Lassen Sie Reparaturen an Gas- und Elektrogeräten nur vom Fachbetrieb durchführen.
  • Tauschen Sie defekte Elektrogeräte schnellstmöglich aus.

Ihr Vermieter hat noch keine Rauchmelder installiert? Weisen Sie ihn dringend darauf hin, dies nachzuholen! Er ist verpflichtet, für eine ordnungsgemäße Installation und Inbetriebnahme der Rauchmelder zu sorgen.

Falls Sie selbst Eigentümer oder Vermieter sind, sollten Sie auf qualitativ hochwertige Rauchmelder achten: Rauchmelder mit Q-Label besitzen eine fest eingebaute Lithium-Langzeitbatterie mit einer garantierten Lebenszeit von 10 Jahren, verfügen über eine verbesserte Messtechnik und sind durch ihre Bauweise besonders gegen Fehlalarme geschützt. Q-Rauchmelder werden von Brandschutzexperten und Feuerwehren empfohlen.

Achten Sie darauf

Installieren Sie Im Schlaf- und Kinderzimmer und in Fluren und im Kinderzimmer Rauchwarnmelder. Diese sind ohnehin gesetzlich vorgeschrieben. In einigen Bundesländern gilt die Rauchmelderpflicht zudem für alle Aufenthaltsräume wie Wohn- und Arbeitszimmer.

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